Gottesdienst in der Marienkirche

Bild: Julia Sutter CC-BY-SA-4.0 unter Verwendung eines Bilds von Ginkgo2g, commons.wikimedia.org

Von Julia Sutter

Gottesdienst

Für diesen Bericht bin ich einen katholischen Gottesdienst in der Marienkirche Bern besuchen gegangen. Die Marienkirche ist die Kirche, in der ich unter anderem meine erste Kommunion hatte.

Ich trete also in die Kirche ein und tauche meine Hand kurz in ein kleines Becken, das neben dem Eingang steht, und bekreuzige mich. Ich nehme auf einer Holzbank im hinteren Bereich der Kirche Platz.

Der Beginn des Gottesdienstes wird mit einem Glockenläuten eingeleitet. Der Pfarrer, von den Ministranten begleitet, zieht in die Kirche ein. Die Ministranten, auch Messdiener, assistieren dem Priester während des Gottesdienstes. Es sind Jugendliche, welche ganz in weiss gekleidet sind. Sie tragen je eine Kerze in der Hand. Begleitet werden sie von Orgelmusik. Beim Einzug stehen alle Anwesenden, ich inklusive, auf.

Der Pfarrer begrüsst uns wieder mit dem Kreuzzeichen und mit einigen einführenden Worten. Nun kommt das sogenannte Schuldbekenntnis. Mit dem Glauben daran, dass Gott einem alles verzeiht, wenn man ehrlich sei, wird gebetet und ihm um Verzeihung gebeten. Dann wird erneut gesungen. 

Jetzt setzten wir uns alle hin. Eine ältere Dame steht von der vordersten Bank auf und geht zum Stehpult. Es folgen einige Lesungen von verschiedenen Bibeltexten. Im Anschluss daran folgt der sogenannte Halleluja-Ruf. Es ist ein kurzer Lobgesang.

Nun wird das Evangelium vorgetragen. Dafür tritt wieder der Pfarrer vor. Dieser Teil ist der Höhepunkt des Gottesdienstes. Dafür steht die Gemeinde wieder auf. Der vorgetragene Text ist aus dem Neuen Testament entnommen. 

Danach folgt die Predigt. Der Pfarrer spricht über den Text aus der Bibel, der vorher vorgetragen wurde. Er zeigt auf, was der Text damals und heute für eine Bedeutung besitzt. Er erklärt also die historischen und theologischen Zusammenhänge und überträgt die Worte des Neuen Testaments auf unseren Alltag. Darauf antworten die Anwesenden mit dem sogenannten Glaubensbekenntnis. 

Als nächstes kommen die Fürbitten. Dieser Teil des Gottesdienstes hat mir mit am meisten gefallen. Mit dem Pfarrer haben alle Anwesenden für die Nichtanwesenden gebetet. Für Menschen in der ganzen Welt. Für Familien, für Sterbende, für Trauernde und Notleidende. Man betet dafür, dass Gott seine schützende Hand um die ganze Welt legt. 

Nun stehen die Ministranten auf und bringen einen goldenen Teller mit einer grossen Hostie und einem Weinkelch zum Altar. Es wird ein Körbchen durch die Reihen gegeben, um Kollekten zu sammeln. Nun hebt der Pfarrer die Schale mit der Hostie hoch und betet. Die Hostie ist das rundliche Brot, welches den Leib Christi repräsentiert. In den Kelch schenkt er nun Wein und Wasser ein und betet erneut. Der Wein steht für das Blut Christi. Der Reihe nach stehen jetzt alle auf. Langsam laufe ich nach vorne. Es spielt wieder Orgelmusik. Die jüngeren Kinder bekommen einen Segen, alle die ihre erste Kommunion schon hatten, bekommen eine Hostie. So bekomme ich vom Pfarrer eine Hostie in die Hand. Ich laufe zurück zu meinem Platz.

Der Gottesdienst ist jetzt beinahe vorbei. Der Pfarrer erzählt noch von den kommenden Gottesdiensten und zieht dann aus der Kirche aus. Auch die Anwesenden stehen nun langsam auf und verlassen die Kirche. Ich mache es genauso. 

Reflexion

Nach langer Zeit habe ich wieder an einem Gottesdienst teilgenommen. Eigentlich bin ich katholisch aufgewachsen, doch ich würde mich jetzt nicht mehr als religiös bezeichnen. Der letzte Gottesdienst liegt bei mir schon eine Weile zurück. Deshalb habe ich mich für mein Wahlprojekt dazu entschieden, wieder einmal an einem teilzunehmen.

Auch wenn es für mich nicht der erste ist, wollte ich mich diesmal mehr achten. Der Gottesdienst war als Kind für mich immer etwas vom Schlimmsten. Ich habe mich immer zu Tode gelangweilt. Dieses Mal wollte ich jedoch versuchen, aktiv zuzuhören, und vielleicht auch den Reiz am Gottesdienst verstehen. Auch jetzt fand ich es immer noch nicht das spannendste Erlebnis, doch ich kann durchaus nachvollziehen, wieso einige Leute gerne hierherkommen. Das gemeinsame Singen und Beten hat doch etwas Schönes an sich. Es fühlt sich sehr familiär an und man fühlt sich zugehörig. Vor allem wenn man von Leuten umgeben ist, die an dasselbe glauben, fühlt man sich wahrscheinlich sehr verbunden zu seinen Mitmenschen. Ich verstehe auf jeden Fall, warum man gerne regelmässig an einem Gottesdienst teilnimmt. Schon allein für das Orgelspiel lohnt es sich. 

Für den ersten Teil meines Berichts musste ich Einiges an Internetrecherche betreiben. Denn obwohl ich am Gottesdienst teilgenommen habe, waren mir all die einzelnen Bedeutungen der Gebete und Lesungen nicht klar. Vor allem die Namen waren mir unbekannt. Dadurch habe ich aber noch einiges dazugelernt. 

Abschliessend kann ich sagen, dass ich froh bin, wieder einmal einen Gottesdienst besucht zu haben. Auch wenn ich nach wie vor nicht regelmässig teilnehmen werde, hat mir mein Besuch den Gottesdienst etwas näher gebracht.

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